Planer Gimli: Notlandung mit einem Boeing-767

Planer Gimli: Notlandung mit einem Boeing-767

Indem das Thema erfolgreicher Notlandungen von Passagierflugzeugen weiterentwickelt wird, darf man die präzise Arbeit der Piloten der Boeing-767 nicht vergessen. Am 23. Juli 1983 ereignete sich ein Vorfall, den die Medien als Planer Gimli (Gimli Glider) bezeichneten.

Ein Passagierflugzeug der Fluggesellschaft Air Canada mit der Flugnummer 604 befand sich auf dem planmäßigen Flug Montreal-Ottawa-Edmonton. Vor dem Start überprüften die Techniker die Ausrüstung und tankten das Flugzeug mit Treibstoff. Dabei wurde nur eine kleine Details übersehen. Im Jahr 1983 entschied sich Kanada, auf das metrische System umzustellen. Die Berechnungen wurden von Gallonen auf Liter umgestellt. Aufgrund falscher Berechnungen der Bodeningenieure waren die Tanks nur mit 5.000 Litern statt 20.000 Litern gefüllt. Genau dieser Fehler hätte für die 69 Personen an Bord tödlich sein können.

Planer Gimli: Notlandung

Während des Fluges in 8500 Metern Höhe kam es zum Triebwerksausfall. Die Piloten stellten die Ursache schnell fest, basierend auf der noch funktionierenden Bordtechnik. Bemerkenswert ist, dass bei der Boeing-767 die meisten Instrumente vom laufenden Triebwerk versorgt werden. Daher fiel ein Teil der Ausrüstung sofort aus.
132 Tonnen schweres Flugzeug verwandelte sich in einen riesigen Metallwagen, der nur durch Trägheit weiterbewegte.
Planer Gimli (Gimli Glider): Notlandung mit Boeing-767

Der Flugkapitän Robert Pearson und der zweite Pilot Maurice Quintal entschieden sich für eine Notlandung in Winnipeg. Während der Verhandlungen mit der Bodenstation erkannte der Kapitän jedoch, dass das Flugzeug die geplante Landebahn nicht erreichen würde. Zudem konnten die Piloten in der Boeing-Bedienungsanleitung keinen Algorithmus für den Umgang mit ausgeschaltetem Triebwerk finden.
Planer Gimli (Gimli Glider): Notlandung mit Boeing-767

Die Lösung kam zufällig: Der zweite Pilot erinnerte sich daran, dass in der Nähe eine verlassene Militärbasis Gimli war, bei der er gedient hatte. Die Landebahn war in perfektem Zustand, da sie vom örtlichen Automobilclub für Wettbewerbe genutzt wurde. Die Rennstrecke war der ideale Ort für die Landung eines Passagierflugzeugs.

Die Passagiere des Flugzeugs hatten großes Glück, dass der Flugkapitän in seiner Jugend Segelflug trainiert hatte. Zwar nicht auf einem solchen Stahlvogel, aber seine Fähigkeiten in Höhen- und Geschwindigkeitsberechnungen waren hervorragend. Das Flugzeug hatte nur einen Geschwindigkeitsmesser, die Höhe wurde geschätzt. Nach groben Berechnungen ermittelten die Piloten die Sinkgeschwindigkeit. Es blieb nur noch, die Geschwindigkeit zu verringern und vorsichtig auf die Landebahn zu landen.

Meisterkurs der Piloten

Die Passagiere ahnten nichts, bis das Flugzeug das Fahrwerk ausfuhr. Das Luftfahrzeug schüttelte, und in der Kabine brachen Panikstimmungen aus. Um die Geschwindigkeit schnell zu verringern, entschied sich Bob Pearson für die Technik des Segelfliegens „Gleiten auf dem Flügel“. Dabei neigt sich das Flugzeug zur Seite und führt eine schnelle Drehung aus. Dieser Trick ermöglicht es den Passagieren, die Erde durch das Fenster zu beobachten.

Nachdem die Geschwindigkeit reduziert war, kam das Flugzeug kurz vor dem Boden scharf in die Waage und berührte nach wenigen Sekunden die Landebahn mit allen Rädern. Mit 320 km/h raste das eiserne Vögelchen mit Quietschen wegen der Bremsen auf der Landebahn auf.
Planer Gimli (Gimli Glider): Notlandung mit Boeing-767

Alle 69 Personen an Bord (8 Crewmitglieder und 61 Passagiere) überlebten. Nur 10 Personen erlitten leichte Verletzungen, und zwar aufgrund der hastigen Evakuierung durch die hintere Notausgangstür. Der Heckbereich des Flugzeugs war stark angehoben, und die Länge des Notrufs war zu kurz, um vollständig den Boden zu berühren. Das Boeing wurde in 2 Tagen repariert und verließ die Basis Gimli auf eigenem Antrieb. Die vollständigen Reparaturkosten beliefen sich auf 1 Million Dollar. Danach führte das Flugzeug weiterhin Flüge durch und diente dem Flugunternehmen bis Januar 2008.

Wunder am Horizont: Planer Gimli

Auf dem Gelände der ehemaligen Flugbasis herrschte Hochbetrieb. Die Leute genossen das Leben: Bier, Fleisch, Familienurlaub. Niemand erwartete, dass eine 132 Tonnen schwere Stahlmaschine vom Himmel fällt. Und es wäre auch kein Problem gewesen, wenn das Flugzeug normal mit sanftem Sinkflug gelandet wäre. Der Planer Gimli tauchte unerwartet in einer seltsamen Position auf. Die Flügel waren senkrecht zur Erde ausgerichtet, und die Nase des Flugzeugs zeigte fast nach unten.
Planer Gimli (Gimli Glider): Notlandung mit Boeing-767

Nach einem Moment kehrte das Flugzeug in die richtige Position zurück und berührte mit hoher Geschwindigkeit den Rand der Landebahn. Durch die Bremsung platzten die Reifen, es entstand eine Staub- und Funkenwolke. Solche Spezialeffekte hatte niemand erwartet, und die erschreckte Menge räumte schnell die Landebahn. Das in 30 Metern Entfernung von den Menschen geparkte Flugzeug löste bei den Anwesenden große Begeisterung aus, die den Piloten stehend applaudierten.